Auf die Frage „Was kostet eine Website?“ gibt es keine einheitliche Antwort: Zwischen zwei Angeboten auf dasselbe Briefing sind heute Unterschiede bis zum Zehnfachen nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist nicht, das billigste oder teuerste Angebot zu wählen, sondern zu wissen, wofür Sie bezahlen.
In diesem Beitrag schlüsseln wir die Posten auf, aus denen sich Website-Preise zusammensetzen: ungefähre Preisbänder am Markt nach Website-Typ (Stand 2026), 9 Faktoren, die den Preis nach oben oder unten treiben, laufende Kosten, die Sie nach dem ersten Jahr jedes Jahr weiter zahlen, und versteckte Kosten, die in Angeboten oft nicht stehen.
Unser Ziel ist keine „Preisliste“, sondern dass Sie im Gespräch mit Agenturen, Freelancern oder uns die richtigen Fragen stellen und Angebote wirklich vergleichbar bewerten können.
Warum unterscheiden sich Website-Preise so stark?
Eine Website ist kein Regalprodukt, sondern ein Dienstleistungspaket. Unter „Unternehmenswebsite“ versteht der eine, Logo und Texte in ein fertiges Theme einzusetzen, der andere ein markenspezifisches Design, Texterstellung, SEO-Fundament, Performance-Optimierung und ein Jahr Wartung. Beide liefern eine „Website“, doch Ergebnis, Aufwand und langfristige Wirkung sind völlig verschieden.
Preisunterschiede haben drei Hauptursachen:
- Umfang: Anzahl der Seiten und Sprachen, individuelle Module und Integrationen.
- Methode: Fertiges Theme, Anpassung auf einer bestehenden Plattform oder individuelle Software von Grund auf.
- Team und Prozess: Das Wochenendprojekt einer Einzelperson kostet nicht dasselbe wie ein Teamprozess mit Design, Entwicklung, Content und Testphasen.
Zudem schlugen beim Übergang von 2025 zu 2026 devisenbasierte Softwarelizenzen, Server- und Personalkosten direkt auf die Preise durch. Alte Preislisten im Internet sind daher oft nicht mehr aktuell.
Ungefähre Website-Preise nach Website-Typ (2026)
Die folgenden Spannen sind ungefähre Preisbänder, zusammengestellt aus in der Türkei veröffentlichten Preisratgebern und Marktangeboten (Stand 2026). Sie sind kein Festpreis, sondern ein Ausgangspunkt für die Budgetplanung; Mehrwertsteuer, Domain und Hosting werden meist separat berechnet.
| Website-Typ | Typischer Umfang | Ungefähre Spanne (2026) |
|---|---|---|
| Onepager / Präsentationsseite | Eine lange Seite, Kontaktformular, grundlegendes SEO | 10.000 – 30.000 TL |
| Unternehmenswebsite (fertiges Theme) | 5–10 Seiten, Theme-Anpassung, Admin-Panel | 15.000 – 50.000 TL |
| Unternehmenswebsite (individuelles Design) | Markenspezifische Oberfläche, mehrsprachig, Blog, SEO-Fundament | 50.000 – 150.000 TL und mehr |
| E-Commerce-Website | Produktkatalog, virtuelles POS, Versand, Rechnungsintegration | Monatliches Abo bei Fertigpaketen; individuelle Projekte ab 100.000 TL |
| Individuelle Websoftware / Portal | Mitgliedschaft, rollenbasierte Panels, Geschäftsprozesse, API | Je nach Umfang von 200.000 TL bis in die Millionen |
Da beim E-Commerce zusätzliche Themen wie ETBİS-Registrierung (türkisches E-Commerce-Register), Fernabsatzvertrag und virtuelles POS hinzukommen, haben wir dieses Thema gesondert in unserem Leitfaden zum Aufbau eines Onlineshops behandelt.
9 Faktoren, die die Kosten einer Website bestimmen
Beim Prüfen eines Angebots sollten Sie für jeden der folgenden neun Posten eine Entsprechung sehen. Sie bestimmen den Preis maßgeblich:
- 1. Designansatz — Fertiges Theme oder markenspezifische Oberfläche? Individuelles Design ist mit Wireframes und Revisionsrunden einer der größten Posten eines Projekts.
- 2. Plattform — Ein fertiges Content-Management-System wie WordPress oder individuelle Software? Vor- und Nachteile dieser Entscheidung haben wir im Beitrag WordPress oder individuelle Software verglichen.
- 3. Seiten- und Inhaltsumfang — Zwischen einer Präsentationswebsite mit 5 Seiten und einer Website mit 50 Leistungsseiten, Blog und Referenzarchiv liegt ein erheblicher Aufwandsunterschied.
- 4. Anzahl der Sprachen — Jede neue Sprache bedeutet Übersetzung, Rechts-nach-links-Layout (Arabisch), sprachspezifische SEO-Tags und Tests.
- 5. Individuelle Module — Funktionen wie Terminbuchung, Angebotsrechner, Händler-Login oder Mitgliederbereich werden einzeln bepreist.
- 6. Integrationen — Anbindungen an ERP, Buchhaltung, CRM, E-Rechnung, Versand, SMS oder Zahlungssysteme kosten oft mehr Zeit als das Design.
- 7. SEO- und Performance-Fundament — Saubere URL-Struktur, Schema-Auszeichnungen, Sitemap, Bildoptimierung und Core-Web-Vitals-Konformität.
- 8. Content-Erstellung — Texte, professionelle Fotos, Videos und Icon-Sets sind meist nicht im Preis enthalten.
- 9. Wartung und Support — Monatliches oder jährliches Supportpaket für Updates, Backups, Sicherheitsüberwachung und kleine Änderungen.
Vergleichen Sie nicht den Preis, sondern den Umfang; zwei Angebote mit unterschiedlichem Umfang sind in Wahrheit Preise für zwei verschiedene Produkte.
Drei Beispielszenarien: Welches Unternehmen sollte wie viel Budget einplanen?
Damit die Zahlen nicht abstrakt bleiben, fassen wir drei häufige Unternehmensprofile zusammen und zeigen, wohin das Budget jeweils fließt. Die Beträge sind wieder Richtwerte, Stand 2026.
Ein neu eröffnetes Beratungsbüro
Ziel: Vertrauen schaffen und per Telefon oder WhatsApp erreichbar sein. Eine einsprachige Website mit fünf Seiten auf Basis eines angepassten Fertig-Themes reicht meist aus. Der Großteil des Budgets fließt in die Designanpassung und die Texte; individuelle Module sind nicht nötig. Dieses Profil liegt meist im unteren Band der Tabelle.
Ein exportierender Hersteller
Ziel: Angebotsanfragen aus dem Ausland gewinnen. Nötig sind drei oder vier Sprachen, ein Produktkatalog, ein Downloadbereich für technische Dokumente und eigene SEO-Arbeit für jede Sprache. Die Kosten bestimmen hier weniger das Design als Sprachanzahl, Übersetzungsqualität und Inhaltsumfang; das Band für individuelles Design zu erreichen, ist normal.
Ein Distributor mit Händlernetz
Ziel: Händler sollen Bestell- und Lagerinformationen auf der Website sehen. Das ist keine klassische Website mehr, sondern ein Händlerportal mit ERP-Anbindung. Integration, Benutzerrollen und Sicherheit bestimmen das Budget; es fällt in die Kategorie individuelle Websoftware und sollte in Phasen geplant werden.
Wie Sie sehen, kann dasselbe Wort „Website“ drei verschiedene Produkte beschreiben. Deshalb ist es der kürzeste Weg zur Einordnung der Preise, vor der Angebotsanfrage zu bestimmen, welchem Profil Sie am nächsten sind.
Jährliche Kosten einer Website: Was zahlen Sie nach dem ersten Jahr?
Auch wenn eine Website wie eine einmalige Ausgabe wirkt, gibt es jährlich wiederkehrende Posten. Bei der Budgetplanung ist es sinnvoller, nicht nur die Einrichtungskosten, sondern die Gesamtkosten über drei Jahre zu betrachten.
| Posten | Wofür? | Hinweis |
|---|---|---|
| Domain (.com, .com.tr) | Die Adresse Ihrer Website | Wird jährlich verlängert; .tr-Domains werden über TRABİS registriert |
| Hosting | Der Server, auf dem die Website läuft | Shared, VPS oder Cloud; abhängig von Traffic und Software |
| SSL-Zertifikat | HTTPS und das Schloss in der Adressleiste | Bei den meisten Hostern kostenlos; Unternehmenszertifikate sind kostenpflichtig |
| Lizenzen | Premium-Theme, Plugins, Schriften, E-Commerce-Software | Viele werden jährlich verlängert und sind devisenbasiert |
| Wartung & Support | Updates, Backups, Sicherheit, kleine Änderungen | Monatliches Festpaket oder Stundensatz |
| Geschäftliche E-Mail | Adressen wie name@ihrefirma.com.tr | Monatliche Abrechnung pro Nutzer |
Wie Sie Domain und Hosting richtig wählen, welche Unterlagen für .com.tr nötig sind und worauf Sie achten sollten, haben wir im Beitrag Domain- und Hostingwahl ausführlich erklärt.
Versteckte Kosten, die nicht im Angebot stehen
Projekte sprengen das Budget meist wegen Posten, über die anfangs niemand gesprochen hat. Klären Sie vor der Unterschrift, wer für Folgendes zuständig ist:
- Texte und Übersetzung: Erstellen Sie die Inhalte oder die Agentur? Professionelle Übersetzung oder maschinelle?
- Bilder: Lizenzen für Stockfotos, Produktfotografie oder Bürofotos.
- Revisionsgrenze: Wie viele Designrevisionen sind enthalten? Wie wird alles Weitere abgerechnet?
- Rechtstexte: KVKK-Datenschutzhinweis, Cookie-Richtlinie, Fernabsatzvertrag.
- Datenmigration: Übernahme von Inhalten und Produkten der alten Website sowie Weiterleitung alter Adressen (301). Ohne Weiterleitungen kann über Jahre gewonnener Such-Traffic verloren gehen.
- Schulung: Wer bringt Ihrem Team die Bedienung des Admin-Panels bei?
Einzeln wirken diese Posten klein, zusammen können sie aber einen erheblichen Teil der Einrichtungskosten ausmachen. Wer sie früh bespricht, vermeidet Budgetüberraschungen und Terminverschiebungen.
So vergleichen Sie Website-Angebote richtig
Wenn Ihnen drei verschiedene Angebote vorliegen, bringen Sie sie zuerst in dasselbe Format. Legen Sie eine einfache Tabelle an und beantworten Sie für jedes Angebot diese Fragen:
- Schritt 1 — Welche Seiten und Module sind enthalten? Sind sie als Liste schriftlich festgehalten?
- Schritt 2 — Individuelles Design oder fertiges Theme? Auf wessen Namen läuft die Theme-Lizenz?
- Schritt 3 — Sind mobile Darstellung, Ladezeit und grundlegendes SEO enthalten, und wie werden sie gemessen?
- Schritt 4 — Wem gehören Quellcode, Domain und Hosting?
- Schritt 5 — Wie viele Monate kostenloser Support nach dem Launch, und was kostet er danach?
- Schritt 6 — Sind Lieferzeitplan und Zahlungsplan an Phasen gekoppelt?
Ein Blick auf frühere Arbeiten des Anbieters ist mindestens so wichtig wie der Preis. Öffnen Sie Live-Websites auf dem Smartphone, testen Sie die Ladezeit und sprechen Sie möglichst mit einer Referenz. Unsere Arbeiten und eigenen Produkte finden Sie auf der Seite Unsere Referenzen.
Die strategischen Fragen, die Sie vor dem Auftrag beantworten sollten, haben wir in unserem Leitfaden zur Unternehmenswebsite zusammengefasst.
Website-Kosten senken, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen
Bei begrenztem Budget ist Priorisieren besser, als von allem ein bisschen zu machen. Diesen Ansatz empfehlen wir den KMU, die zu uns kommen:
- In Etappen vorgehen: In der ersten Version die Kernseiten und Kontakt; Blog, zweite Sprache und individuelle Module in späteren Phasen.
- Inhalte bereithalten: Texte, Logo und Fotos vor Projektbeginn zu sammeln, verkürzt die Dauer und damit die Kosten.
- Keine überdimensionierte Infrastruktur: Eine Präsentationswebsite mit einigen Tausend Besuchern im Monat braucht keine teure Cloud-Architektur.
- Nicht das Billigste, sondern das Nachhaltige wählen: Eine ungepflegte Website, die nach zwei Jahren neu gebaut werden muss, ist langfristig die teuerste Option.
Gerade für Unternehmen, die wahrscheinlich wachsen werden, ist die richtige Plattform von Anfang an immer günstiger als ein späterer Neustart. Einen Überblick über unsere Leistungen für Unternehmenswebsites, E-Commerce und individuelle Websoftware bietet unsere Seite Weblösungen – dort finden Sie alle Details.
- Sind Seiten, Module und Integrationen Punkt für Punkt aufgeführt?
- Ist klar, ob es sich um individuelles Design oder ein fertiges Theme handelt?
- Laufen Domain, Hosting und Quellcode auf Ihren Namen?
- Sind jährlich wiederkehrende Lizenz- und Servicegebühren aufgelistet?
- Sind Anzahl der Revisionen und Abrechnung von Zusatzarbeiten klar?
- Sind Dauer und Umfang des Supports nach dem Launch schriftlich festgelegt?
Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Das hängt vom Umfang ab. Stand 2026 liegen eine einseitige Präsentationswebsite bei etwa 10.000 bis 30.000 TL, eine Unternehmenswebsite mit fertigem Theme bei 15.000 bis 50.000 TL und eine Unternehmenswebsite mit individuellem Design ab 50.000 TL. E-Commerce- und Individualsoftware-Projekte variieren je nach Modulen und Integrationen in einer deutlich größeren Spanne.
Wie hoch sind die jährlichen Kosten einer Website?
Nach der Einrichtung fallen jährlich Domainverlängerung, Hosting, ggf. Premium-Theme- und Plugin-Lizenzen, geschäftliche E-Mail sowie Wartung und Support an. Bei einer kleinen Unternehmenswebsite machen diese Posten einen kleinen Teil der Einrichtungskosten aus; bei E-Commerce- und stark besuchten Websites steigen sie deutlich.
Ist eine billige Website sinnvoll?
Wenn es nur um eine kurzfristige digitale Visitenkarte geht, vielleicht. Sehr niedrige Angebote bedeuten jedoch meist ein unlizenziertes Theme, einen schwachen Server, ein fehlendes SEO-Fundament oder keinen Support nach dem Launch – und die Website muss womöglich bald neu erstellt werden.
In wie vielen Tagen ist eine Website fertig?
Liegen die Inhalte bereit, ist ein Onepager in wenigen Tagen fertig, eine Unternehmenswebsite meist in 3 bis 6 Wochen, E-Commerce- und Individualsoftware-Projekte je nach Umfang in einigen Monaten. Der häufigste Verzögerungsgrund sind spät gelieferte Texte und Bilder.
Website-Baukasten oder Agentur – was passt besser?
Für eine einfache Präsentationsseite kann ein Website-Baukasten ein schneller und günstiger Einstieg sein. Wenn Sie markenspezifisches Design, SEO-Performance, Integrationen und Wachstumspläne haben, ist ein professionelles Team langfristig wirtschaftlicher.
Fazit
Website-Preise variieren je nach Umfang, Methode und Team stark; das richtige Budget ergibt sich, wenn Sie Ihren Bedarf klären und Angebote mit demselben Maßstab vergleichen. Berücksichtigen Sie neben den Einrichtungskosten auch die jährlichen Ausgaben und den Support nach dem Launch.
Wenn Sie den Umfang Ihres Projekts gemeinsam festlegen und ein individuelles, Posten für Posten erläutertes Angebot erhalten möchten, kontaktieren Sie uns; im ersten Gespräch ziehen wir gemeinsam die Grenze zwischen dem, was Sie brauchen, und dem, was nicht.